Marcel Proust: Spargel

“Aber mein Entzücken galt den Spargeln, die aussahen wie eingetaucht in Ultramarin und Rosa und deren Spitzen zart Violett und Himmelblau überpinselt schienen, wobei sich diese Farben zum unteren Ende zu, das noch ganz beschmutzt war vom Ackerboden, in irisierenden Abstufungen abschwächten, die nicht von dieser Welt waren. Es schien mir, dass sich hinter diesen überirdischen Nuancen delikate Geschöpfe verbargen, die sich einen Spaß daraus gemacht hatten, sich in Gemüse zu verwandeln und die durch ihre feste essbare Verkleidung hindurch jene kostbare Essenz erahnen ließen, die ich noch wiedererkannte, wenn sie in der Nacht nach einem abendlichen Spargelessen wie in einer Feenkomödie von Shakespeare eine ebenso poetische wie derbe Posse aufführte, indem sie meinen Nachttopf in ein Parfümgefäß verwandelte.”

Marcel Proust:  Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

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