Das perfekte Brathuhn

Ich habe mir aus Brathühnern bislang nicht viel gemacht. Oft war die Brust zu trocken, die Haut labbrig oder verbrannt und der Geschmack nichtssagend. Doch jetzt habe ich ein Rezept gefunden, das meine Einstellung zum Brathuhn grundlegend ändern könnte. Es stammt aus dem Buch „Salz – Fett – Säure – Hitze“ von Samin Nosrat  und bin sicher, dass dies die perfekte Art ist, ein Brathuhn zuzubereiten.

Dabei ist das Rezept verblüffend einfach. Es gibt zwei Varianten,  mit nur drei bzw. vier Zutaten. Zunächst das „normale“, weiter unten das persische Huhn.

Wir brauchen:

  • 1 Brathuhn aus Freilandhaltung  (1600- 1800 g)
  • feines Meersalz
  • 500 ml Buttermilch
  • einen verschließbaren großen Plastikbeutel (5-6 Liter Fassungsvermögen – das Huhn muss reinpassen)

 

Und so geht es:

Wir beginnen mit der Vorbereitung einen Tag bevor das Huhn in den Ofen soll:

Huhn abwaschen, abtrocknen  und mit einem scharfen Messer die Flügelspitzen entfernen (können wir in einer Brühe verwenden). Dann das Tier großzügig mit Salz würzen und mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

Währenddessen in der Buttermilch 4 TL Meersalz auflösen.

Nun kommt das Huhn in den Plastikbeutel. Buttermilch dazugeben und gut verschließen.  Die Buttermilch gut in dem Beutel verteilen, damit alle Teile des Huhns mariniert werden.  Für 24 Stunden kalt stellen – von Zeit zu Zeit den Beutel etwas bewegen, damit die Marinade wirklich das ganze Huhn erreicht.

Eine Stunde, bevor das Huhn in den Ofen soll, aus dem Kühlschrank nehmen und die Buttermilch abschaben und abwischen. Die Haut des Huhns soll möglichst trocken sein.  Die Beine mit  Küchengarn zusammenbinden.

Den Ofen auf 220 Grad vorheizen.

Das Huhn in einen Bräter legen, allerdings nicht mittig, sondern mit den Beinen in der Ecke links hinten.  Den Bräter auf dem Grillrost ganz nach links hinten an die Backofenwand schieben.  Warum?  Die hinteren Ecken sind in der Regel die heißesten Stellen des Backofens. Die Beine können mehr Hitze vertragen als die Brust, die sonst trocken werden könnte (genialer Tipp von Samin Nosrat!) .

Mit den Beinen links hinten braten wir das Huhn  etwa 20 Min. bei 220 Grad und weitere 10 Min. bei 200 Grad.  Dann drehen wir das Huhn im Bräter, dass die Beine in die rechte hintere Ecke des Ofens zeigen und braten bei 200 Grad weitere 30 Minuten.  Evtl. das Huhn mit Alufolie abdecken, falls es zu dunkel werden sollte.

Das Huhn ist fertig gebraten, wenn es rundherum gebräunt ist und beim Einstechen heller Saft austritt.

Vor dem Zerteilen auf einer Platte 10 Minuten ruhen lassen.

Ich habe als Beilage Blumenkohl mit marokkanischen Gewürzen  zubereitet. Aber es passt auch Salat dazu. Oder Gemüse. Samin Nosrat empfiehlt einen toskanischen Brotsalat („Panzanella“) als Beilage. Schmeckt sicher auch ganz hervorragend dazu.

Guten Appetit!

Eine köstliche Variante:

marieniertes Brathuhn persisch

Die Marinade besteht diesmal aus Joghurt und reichlich Safran.

Zuerst bereitet man einen Safrantee zu, d.h. die Safranfäden werden gemörsert und dann mit ein wenig heißem Wasser übergossen, gut umgerührt und ein paar Minuten stehengelassen.

Den abgekühlten Safrantee mit dem Joghurt verrühren und dann weiter verfahren wie mit dem normalen Brathuhn. Dieses Huhn von einem Hobbyzüchter war besonders groß und musste deswegen länger im Ofen bleiben.

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