Den Kuchen der Großmutter habe ich in der Toskana  kennen gelernt, von dort soll er angeblich stammen. Ich erinnere mich noch gut an ein Fest im Olivenhain bei La Vialla. Alle hatten bei der Ernte geholfen und danach an dem üppig beladenen langen Tisch Platz genommen. Es gab die herrlichsten deftigen Köstlichkeiten der Region und der Wein floss in Strömen. Die Stimmung war ausgelassen und eigentlich waren alle satt. Dann kam die Torta della Nonna auf den Tisch und aller Augen wurden größer. Die Einheimischen wußten, was sie erwartet und wir Nordländer sahen einen dicken Kuchen, bestreut mit Pinienkernen und bestäubt mit Puderzucker. Als sie dann aufgeschnitten wurde, kam die hellgelbe Vanillecreme zum Vorschein und es war klar: das schmeckt, und wie! Alle waren hingerissen und in  Nullkommenichts war die Torta in den Mündern und Mägen verschwunden. „Una Merviglia“, wie Antonio sagte. Ein Wunder – Unvergesslich. Lange habe ich mich nicht getraut, sie nachzumachen. Ich dachte, es sei zu kompliziert, weil ich keine große Bäckerin bin. Aber nachdem ich die Torta einer Weinfreundin gekostet hatte, dachte ich: das kann ich auch. Ich habe viele Rezepte studiert, auch italienische,  und mir daraus mein Rezept zusammen getüftelt. Hier ist es. Ich bin ziemlich stolz auf das Ergebnis. Ich finde sie aufwändig und man muss  genügend Zeit einplanen. Aber für besondere Gelegenheiten mache ich sie wieder, allein um meinen Mann zu beglücken.

Zutaten:
Mürbeteig:

440 gr Mehl 405 gesiebt

150 gr Butter, kalt in Stückchen

3 Eier

150 gr Zucker

1 Zitrone unbehandelt, Schale gerieben

1/2 TL Backpulver

1 Prise Salz

50 Gr Pinienkerne zum Bestreuen

Puderzucker zum Bestäuben

Vanillecreme (Crema pasticcera):

750 ml Milch

1 Ei +  1 Eigelb

180 gr Zucker

1 Vanilleschote

30 gr Mehl

35 gr Speisestärke

1 Zitrone unbehandelt

Zubereitung:

Zuerst wird der Mürbeteig gemacht. Ich mache ihn immer in der Küchenmaschine mit dem großen Schneidemesser, so wird er ganz schnell zerhackt und wird nicht warm. Alle Zutaten, natürlich ohne die Pinienkerne, in die Schüssel geben und ein paar Minuten rühren (hacken) bis er sich ganz vom Schüsselrand löst.


Nochmal kurz durchkneten und in Plastikfolie in den Kühlschrank legen. Das kann man auch schon einige Zeit vor dem Backen machen.

Ich habe den Teig und die Crema schon am Vortag  zubereitet und kühl gestellt. Für die Crema, so eine Art Pudding, zuerst die Eier, das Eigelb, der Zucker und die Vanille mit dem Schneebesen in einer Schüssel gut verrühren.

Gesiebtes Mehl und gesiebte Speisestärke dazugeben und gut verschlagen, es darf keine Klümpchen geben!

Die Zitrone abwaschen und Schale mit dem Messer nicht zu dick abschälen, wie bei einem Apfel. Die Milch in einen Topf schütten, die Zitronenschale dazu geben und alles erwärmen, aber nicht kochen.

Sobald die Milch heiß ist, vom Herd nehmen, die Zitronenschale herausnehmen. Am besten mit einer großen Pinzette.

Die Eiermasse vorsichtig unter stetigem Rühren dazugeben.

Zurück auf den Herd stellen und erhitzen, dabei immer rühren, damit nichts anbrennt.

Die Masse ca 3 Minuten kochen lassen, dabei rühren und dann zur Seite stellen.

Noch warm in eine Schüssel umfüllen und mit Frischhaltefolie direkt auf dem Pudding abdecken, damit sich keine Haut bildet. Vollständig abkühlen lassen.

Eine passende Form mit Backpapier auskleiden und den Rand buttern. Nun von dem kalten Teig ein Drittel abnehmen und kalt stellen.

Den Rest rund ausrollen, so groß wie die Kuchenform plus Rand.

Man sollte jetzt zügig arbeiten, weil der Teig schnell weich wird. Ich habe die Torta in der Springform gemacht, da ich Sorge hatte, dass die Tarteform zu flach ist. Das war eine gute Entscheidung. Den ausgerollten Teig in die Form legen und den Rand festdrücken. Ich rolle den Teig immer auf einer Plastikfolie aus, so lässt er sich einfacher in die Form drapieren.

Den Boden einstechen, die abgekühlte Creme gleichmäßig auf dem Boden verteilen.

Den überstehenden Rand umlegen. Die Form kalt stellen und derweil den restlichen Teig in der Größe der Springform ausrollen. Als Deckel auf den Kuchen legen, den Rand fest drücken und  die Pinienkerne darauf streuen.

Auf der unteren Schiene bei 170 Grad 50 bis 60 Minuten backen. Eventuell die letzten 10 Minuten abdecken. Das Abkühlen dauert bei der Torta länger als sonst! Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Am besten schmeckt sie übrigens nach zwei Tagen. Haben wir mit einem extra aufgehobenen Stück getestet. Also spätestens am Vortag der Kaffeetafel backen. Que meraviglia!

 

 

 

 

Torta della Nonna

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